Das Hochschul-
system
Das deutsche Hochschulsystem ist bekannt für seine Vielfalt und hohe Qualität. Wenn du dich für ein Studium in Sachsen entscheidest, findest du zahlreiche Möglichkeiten. Hier erwarten dich moderne Hochschulen, ein breites Fächerspektrum und exzellente Studienbedingungen. Damit du dich im System gut zurechtfindest, geben wir dir einen ersten Überblick.
Die Hochschulen
In Sachsen gibt es verschiedene Arten von Hochschulen: Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Kunst- und Musikhochschulen, die Duale Hochschule Sachsen (DHSN) sowie Verwaltungshochschulen. Jede dieser Hochschulen hat ihren eigenen Fokus und Stärken – es kommt also ganz darauf an, was du von deinem Studium erwartest.
Offene Forschung und wissenschaftliches Arbeiten sind die zentralen Leitlinien der Universitäten. In Sachsen gibt es neben der Universität Leipzig drei Technische Universitäten: die Technische Universität Dresden, die Technische Universität Chemnitz und die Technische Universität Bergakademie Freiberg (TUBAF).
An einer Universität kannst du zwischen zahlreichen Studiengängen wählen, von A wie Afrikastudien bis Z wie Zahnmedizin. An den Technischen Universitäten gibt es unter anderem ein breites Angebot an naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Für Universität und Technische Universität brauchst du normalerweise die Fachgebundene oder Allgemeine Hochschulreife (Abitur). Doch auch wenn du kein Abitur hast, gibt es Möglichkeiten, in Sachsen zu studieren. Hier erfährst du mehr.
An einer Universität liegt der Schwerpunkt oft auf Theorie und Grundlagenforschung, während die fünf Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Sachsen näher an der Berufspraxis sind. Viele von ihnen kooperieren mit Unternehmen und es wird anwendungsorientierte Forschung betrieben.
Hier kannst du neben den klassischen meist technischen oder wirtschaftlichen Fächern auch spezialisierte Studiengänge wie digitale Forensik oder Musikinstrumentenbau studieren. Voraussetzung für dein Studium an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften ist das Abitur, die Fachhochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife.
Talent, Können und der Wille, beides zu perfektionieren – so beginnt für viele kreative, junge Menschen der Weg an eine Kunsthochschule. Kunst- und Musikhochschulen bilden dich in den bildenden, gestalterischen und darstellenden Künsten und in musikalischen Fächern aus.
Für ein Studium an einer Kunst- oder Musikhochschule ist das Abitur nicht unbedingt Voraussetzung. Kannst du dein künstlerisches Talent mit einer Eignungsprüfung nachweisen, stehen dir auch ohne Abitur die Tore zur Welt der Kunst offen. Dabei geht es nicht nur darum, die eigene Kreativität zu fördern. Du wirst, je nach deiner Fasson, die Chance erhalten, mit klangerprobten Orchestern und in Theatern aufzutreten.
Du arbeitest in einem Unternehmen und lernst die Praxis, an der Dualen Hochschule Sachsen (DHSN) wird dir parallel die Theorie vermittelt. Und du verdienst vom ersten Tag an ein eigenes Gehalt. Nach der Hochschulausbildung an einem der sieben Standorte der Dualen Hochschule Sachsen (DHSN) schließt du mit einem Bachelor-, Master- oder sogar Diplomabschluss ab.
Dein gewonnenes Wissen und deine praxisnahe Ausbildung werden honoriert. Abgänger der Dualen Hochschule Sachsen (DHSN) haben traditionell beste Chancen, ihren Wunschjob bei einem renommierten Unternehmen zu ergattern.
Die Evangelische Hochschule Dresden (ehs) ist eine staatlich anerkannte kirchliche Hochschule in freier Trägerschaft. Als Hochschule für angewandte Wissenschaften verbindet sie wissenschaftlich fundierte Lehre mit starkem Praxisbezug – insbesondere in den Bereichen Soziale Arbeit, Bildung, Pflege und Theologie.
Sie steht Studierenden aller Konfessionen und Weltanschauungen offen und legt besonderen Wert auf persönliche Betreuung, kleine Lerngruppen sowie ein werteorientiertes Studium. Die Evangelische Hochschule Dresden (ehs) ergänzt die vielfältige Hochschullandschaft Sachsens um ein spezielles, gesellschaftlich engagiertes Profil.
Verwaltungshochschulen in Sachsen bereiten praxisnah auf Berufe im öffentlichen Dienst vor – sowohl in der allgemeinen Verwaltung als auch im Bereich der inneren Sicherheit. Die Hochschule Meißen (FH) und Fortbildungszentrum qualifiziert für Aufgaben in der sächsischen Staats- und Kommunalverwaltung und bietet ein duales Studium mit starkem Praxisbezug.
Die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) ist auf die Ausbildung von Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten spezialisiert. Hier werden fachliche, rechtliche und praktische Kompetenzen für die Polizei des Freistaates Sachsen vermittelt.
Beide Einrichtungen verbinden wissenschaftlich fundierte Lehre mit konkreter Berufsvorbereitung und stehen für gezielte Qualifizierung im öffentlichen Dienst.
Die Studienabschlüsse
Ein Studium in Deutschland ist klar strukturiert und führt dich – je nach eingeschlagenem Weg – zu verschiedenen Abschlüssen. Vom ersten akademischen Grad, dem Bachelor, bis zur Promotion bietet dir das System viele Möglichkeiten, deine Karriere individuell zu gestalten. In Sachsen kannst du alle gängigen Abschlüsse erwerben – praxisnah, international anerkannt und zukunftsorientiert.
Dein Abitur bietet dir in vielen Fällen (mögliche Einschränkung: Numerus clausus) die Möglichkeit, an einer Hochschule deiner Wahl dein Wunschfach zu studieren. Du besuchst Vorlesungen, Proseminare, Seminare und absolvierst Praktika – und nach drei bis vier Jahren Regelstudienzeit erhältst du deinen Bachelorabschluss. Das ist der erste akademische Grad.
Der Bachelorabschluss ist die Voraussetzung für ein Masterstudium. Ob du nach dem Bachelor überhaupt weiterstudieren möchtest oder ihn als Startpunkt für eine Karriere in der Wirtschaft betrachtest, ist deine Entscheidung.
Ob und in welchem Umfang Bachelorarbeiten bzw. Bachelorprüfungen für einen Abschluss notwendig sind, obliegt den einzelnen Hochschulen und teilweise den Fachrichtungen. Du hast zudem die Wahl, dich auf ein Hauptfach im Bachelorstudium zu konzentrieren oder auch einen Kombinationsbachelor in zwei Fächern zugleich abzulegen.
Der Bachelorabschluss ist die Voraussetzung, um ein Masterstudium zu beginnen und letztlich auch abzuschließen. Den Master of Arts (M. A.) führen Absolventen eines sprach-, sport-, kunst-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Studiums. Den Master of Science erhalten Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Mathematikerinnen und Mathematiker sowie Forst-, Ernährungs- und Agrarwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Wer ein Ingenieurstudium erfolgreich beendet, trägt in vielen Fällen anschließend den Titel Master of Engineering (M. Eng.). Studierst du ein künstlerisches Fach, wartet der Master of Fine Arts (M. F. A.) auf dich. Mit dem Master of Music (M. Mus.) titulieren sich erfolgreiche Abgängerinnen und Abgänger von Musikhochschulen.
So vielfältig die Mastertitel sind, so vielfältig sind auch die Abschlussmodalitäten. Bei einigen sind es theoretische Prüfungen in Kombination mit einer Masterarbeit, bei anderen ein Musik- bzw. Werkstück. Durch die Spezialisierung im Master kannst du dir eine besondere Expertise aneignen, die dir später bessere Karrierechancen ermöglichen kann. Mit einem Masterstudium feilst du außerdem weiter an deiner akademischen Laufbahn.
Die überwiegende Zahl der Studierenden in Sachsen schließt mit einem Bachelor oder Master ab. Einige erhalten jedoch zum Studienabschluss das Staatsexamen.
Das Staatsexamen gibt es in den folgenden Studienfächern:
- Humanmedizin
- Tiermedizin
- Zahnmedizin
- Pharmazie
- Lebensmittelchemie
- Rechtswissenschaft
- Lehramt
Diplomabschlüsse haben nicht nur einen ausgezeichneten Ruf, sie werden international voll anerkannt und sind dem Masterabschluss gleichwertig. Ähnlich wie beim Bachelor- bzw. Masterstudium gibt es ECTS-Punkte, die eine Vergleichbarkeit erlauben. Für diesen Abschluss musst du eine Diplomarbeit schreiben und eine Diplomprüfung erfolgreich abschließen.
Das Diplom kannst du in einigen Studiengängen an der Universität Leipzig, an der Technischen Universität Dresden, an der Technischen Universität Chemnitz oder an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg (TUBAF) machen. Aber auch die Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK), die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) oder die Hochschule Meißen (FH) und Fortbildungszentrum bieten diesen Abschluss an.
Du hast entweder dein Staatsexamen bzw. Masterstudium oder dein Diplomstudium erfolgreich beendet und willst noch promovieren? Dafür solltest du in den allermeisten Fällen an einer Universität studieren. Absolventinnen und Absolventen einer Kunst- bzw. Musikhochschule können diesen Weg nur gehen, wenn das gewählte Fachgebiet eine besonders wissenschaftliche Ausrichtung hat.
Auch für Absolventinnen und Absolventen einer der Hochschulen für angewandte Wissenschaften gibt es einen Weg, zu promovieren.
Module, Credit Points und Co.
Ein Studium besteht nicht nur aus Vorlesungen und Prüfungen, sondern folgt einem klaren System. Begriffe wie Module, ECTS oder Numerus clausus gehören dabei zum Studienalltag. Hier findest du eine kleine Übersicht mit den wichtigsten Infos.
Du willst noch tiefer eintauchen? In unserem Campus-Wörterbuch warten viele weitere Begriffe rund ums Studium in Sachsen – einfach erklärt und jederzeit nachschlagbar.
Beim ECTS handelt es sich um das Europäische System zur Anrechnung von Studienleistungen. Dieses System wird in vielen europäischen Ländern verwendet. Dadurch ist es einfacher, die Hochschule zu wechseln oder die Leistung aus einem Auslandssemester anrechnen zu lassen.
Für jede Lehrveranstaltung, die du besuchst und erfolgreich absolvierst, bekommt du eine festgelegte Anzahl von Credit Points. Um ein Modul abschließen zu können, musst du eine bestimmte Gesamtpunktzahl erreichen.
Über das Vorlesungsverzeichnis deiner Hochschule kannst du online einsehen, welche Veranstaltungen im Semester angeboten werden und für dich relevant sind. Hier die gängigsten Formate:
- Vorlesung: Der Lehrstoff wird von Dozentinnen oder Dozenten meist in einem Hörsaal vorgetragen. Zusätzlich gibt es Übungen, die das Gehörte festigen sollen. Am Ende des Semesters legst du eine Prüfung ab.
- Seminar: Im Seminar hast du die Möglichkeit, aktiv mitzuarbeiten und ein Thema zum Beispiel durch ein Referat zu vertiefen. Außerdem herrscht Anwesenheitspflicht.
- Tutorium: Hier wird der Lehrstoff wiederholt und vertieft – meist auf freiwilliger Basis. Geleitet wird ein Tutorium von Tutorinnen oder Tutoren, die oft selbst Studierende aus einem höheren Fachsemester sind.
Das Studium ist in verschiedene Module unterteilt. Es handelt sich dabei um Einheiten, die sich inhaltlich mit einem bestimmten Thema beschäftigen und aus verschiedenen Lehrveranstaltungen wie Seminaren, Übungen und Vorlesungen bestehen. Ein Modul erstreckt sich meist über ein bis zwei Semester. Für jede abgeschlossene Einheit bekommst du Leistungspunkte (Credit Points).
Im Bachelorstudium bzw. Grundstudium startest du zunächst mit den Basics, die für deinen weiteren Studienverlauf die Grundlage bilden. Der Master bzw. die weiterführenden Studiengänge dienen später dazu, deine erlernten Kenntnisse zu vertiefen, zu erweitern und fachübergreifende Qualifikationen zu erwerben. Neben den Pflichtmodulen, die du belegen musst, kannst du oft auch zwischen verschiedenen Wahlpflichtmodulen auswählen. So kannst du dich ganz individuell für bestimmte Schwerpunkte entscheiden.
Es gibt einige Studiengänge, die mit einem sogenannten Numerus clausus belegt sind. Das bedeutet, dass die Zahl der Studienplätze beschränkt ist. Die verfügbaren Studienplätze werden nach verschiedenen Auswahlquoten vergeben.
Das Studienjahr besteht meist aus einem Wintersemester (WiSe) und einem Sommersemester (SoSe). Jedes davon dauert ein halbes Jahr. Zu welchem Semester du beginnen kannst, hängt von der Hochschule ab. Viele Studiengänge starten ausschließlich zum Wintersemester.
Ein Semester ist außerdem in die Vorlesungszeit und die sogenannte vorlesungsfreie Zeit aufgeteilt. Das heißt, im Wintersemester studierst du in der Regel 15 Wochen und im Sommersemester ca. 14 Wochen. In der vorlesungsfreien Zeit, auch Semesterferien genannt, finden wiederum Prüfungen statt.
Die konkreten Semesterzeiten erfährst du auf den einzelnen Websites der Hochschulen. Dort findest du auch die genauen Bewerbungs- oder Anmeldefristen für deinen Studiengang.